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Zwei Leben und die Geige

20 Jahre „Musica Altona“ | 15 Jahre Gino und Maxx

 

Manchmal treffen sich zwei Menschen und lassen sich nicht mehr los. Bei Maxx Sugiarto und Gino Romero Ramirez ist das so.

Kennengelernt haben sich die beiden, als Maxx ein Zweitklässler auf St. Pauli war. Damals hat er sich in Ginos Schulunterricht in die Geige verliebt. Heute ist Maxx 21 Jahre alt, Gino geht langsam auf die Rente zu, und immer noch spielen die beiden jeden Freitag zusammen bei „Musica Altona“ in der Luise Schröder Schule. In dem interkulturellen Projekt lernen Jugendliche auch Klavier, Cello oder Saxofon. Die Instrumente warten hier auf sie, die Gebühren sind niedrig. Weil Geld keine Rolle spielen darf, wenn es darum geht, Kinder für Musik zu begeistern – und vor allem, weil das gemeinsame Musizieren Kinder stark und selbstbewusst machen kann. Wir haben »Musica Altona« mitgegründet und gratulieren dem Projekt herzlich zu seinem 20. Geburtstag. 

Musik schafft starke Persönlichkeiten

Vor zehn Jahren: Gino tröstet Maxx

Maxx ist nicht der einzige junge Erwachsene, der seit der Grundschule bei Gino und der Geige geblieben ist. Manche haben inzwischen eine stundenlange Anreise, „sie sind aber immer treu“, sagt Gino. „Über die Geige haben wir hier eine musikalische Heimat gefunden“, sagt Maxx, „und für viele ist das eine wichtige Konstante im Leben. Selbst wenn sie mal raus sind, kommen sie wieder.“ „Sie sind zusammengewachsen und dabei erwachsen geworden“, sagt Gino. Sie sind gereift zu starken Persönlichkeiten.

Vor zehn Jahren wollten die Eltern von Maxx erst nicht, dass er zu »Musica Altona« kommt – das war ihnen zu weit weg von zu Hause. In dem Dokumentarfilm „20 Geigen auf St. Pauli“ kann man sehen, wie Gino ihn tröstet. Dann hat er alles dafür getan, dass Maxx doch die Erlaubnis bekam. „Meine Eltern waren damals sehr verblüfft, dass ihr eher unscheinbarer Junge seinen Dickschädel unbedingt durchsetzen wollte“, erinnert sich Maxx. Und Gino sagt: „Das ist auch etwas, dass man durch die Geige lernt: Man muss immer durchziehen.“

 

Meine Eltern waren damals sehr verblüfft, dass ihr eher unscheinbarer Junge seinen Dickschädel unbedingt durchsetzen wollte.

Maxx Sugiarto studiert inzwischen Musik auf Lehramt

Maxx ist heute so alt, wie Gino war, als er aus Kolumbien nach Hamburg kam. In Bogotá hatte er Musikpädagogik studiert. Seitdem hat er Hunderten von Kindern die Geige nähergebracht, hat mit ihnen Konzerte gegeben, auch im Ausland. „Wenn man mit ihm durch Altona oder St. Pauli läuft“, sagt Maxx, „da muss man Zeit mitnehmen. Er kennt hier einfach alle.“ Maxx studiert inzwischen selbst Musik auf Lehramt. „Ich verbinde so viele wundervolle Erfahrungen mit dem Instrument, da will ich es auch gerne vermitteln können“, sagt er. „Die Kinder lieben ihn jetzt schon“, sagt Gino und lacht. Maxx spielt nun mit Jungen und Mädchen zusammen, die so alt waren wie er, als er zu »Musica Altona« kam. Jetzt packt er seine Geige aus, Gino setzt sich ans Klavier. So wie seit 15 Jahren. 

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