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31.08.2022

Aufruf zur Bereitstellung von Wohnraum für Schutzsuchende

Der russische Krieg in der Ukraine dauert inzwischen mehr als sechs Monate an und das Ende des Krieges ist weiterhin ungewiss. Auch in anderen Ländern zwingen Krieg und Gewalt viele Menschen, ihre Heimat zu verlassen. Zurzeit kommen täglich zwischen 60 und 100 Schutzsuchende aus der Ukraine und darüber hinaus etwa 35 aus Afghanistan, aus Syrien und anderen Ländern in Hamburg an. Die städtische Unterbringung kommt momentan an ihre Kapazitätsgrenzen, da der Aufbau weiterer Unterkünfte Zeit in Anspruch nimmt. Rund 12.200 Plätze sind schon geschaffen worden, aber aktuell werden selbst Sport- und Großmarkthallen wieder zur Notunterbringung geöffnet. Für die Schutzsuchenden ist diese Situation dramatisch; schließlich ist ein sicherer Zufluchts- und Rückzugsort eine wichtige Voraussetzung für ihre körperliche und emotionale Stabilität.

Viele Hamburgerinnen und Hamburger haben bereits in den vergangenen Monaten ihre Herzlichkeit und Gastfreundschaft gezeigt und Schutzsuchende aus der Ukraine in ihren privaten Wohnungen aufgenommen.

Wir appellieren daher an Sie: Helfen auch Sie den Schutzsuchenden in Hamburg und stellen Sie weiterhin Wohnraum zur Verfügung.

Gesucht wird möblierter oder unmöblierter Wohnraum, der für mindestens sechs Monate bereitgestellt werden kann und in dem die Geflüchteten ein Mindestmaß an Privatsphäre haben, z. B. ein eigenes Bad. Melden Sie sich hier www.buergerstiftung-hamburg.de/ankerplatz online, wenn Sie Wohnraum bereitstellen können. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob z. B. Ihr Gästezimmer geeignet ist, kontaktieren Sie uns gerne per E-Mail: wohnpatenschaften@buergerstiftung-hamburg.de

Hamburger:innen, die Schutzsuchende beim Ankommen in Hamburg unterstützen möchten, z. B. beim Ausfüllen von Dokumenten und bei Behördengängen, können sich ebenfalls sich hier www.buergerstiftung-hamburg.de/ankerplatz online melden.

Die BürgerStiftung Hamburg und das Bündnis Hamburger Flüchtlingsinitiativen (BHFI) vermitteln bereits seit dem Frühjahr privaten Wohnraum an Schutzsuchende. So konnten bereits rund 800 Menschen unter Einhaltung von Qualitäts- und Sicherheitsstandards vermittelt werden.

Es ist uns besonders wichtig, dass Wohnraumgebende mit ihren Anliegen und Herausforderungen nicht allein gelassen werden. Deswegen stehen Ihnen Ansprechpartner:innen der BürgerStiftung Hamburg und des BHFI begleitend zur Seite.

Auch bei den Kosten lassen wir Sie nicht allein. Wir stellen einen mit dem Jobcenter und der Sozialbehörde abgestimmten einfachen Mustermietvertrag zur Verfügung, über den Sie laufende Kosten und eine angemessene Miete erstattet bekommen.

Die aktuelle Krise lässt sich nicht ohne Mitwirkung der Zivilgesellschaft lösen. Die Stadt arbeitet auch weiterhin nach Kräften daran, die Kapazitäten in der öffentlichen Unterbringung von Flüchtlingen schnellstmöglich weiter auszubauen und wird bis Jahresende noch mindestens 2.000 zusätzliche Plätze schaffen, doch auch diese Kapazitäten werden voraussichtlich nicht ausreichen. Wir sind jedoch zuversichtlich, gemeinsam und trotz der allgemein angespannten Lage, die viele Privathaushalte momentan belastet, diese Herausforderung meistern zu können.

Folgende Personen und Institutionen unterstützen diesen Aufruf:

Dr. Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg

Dr. Stefan Heße, Erzbischof von Hamburg

Kirsten Fehrs, Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck der Nordkirche

Jüdische Gemeinde in Hamburg

Andriy Terletskyy, Norddeutscher Hilfsstab für die Ukraine

SCHURA, Rat der islamischen Gemeinschaften in Hamburg

Pfarrer Pavlo Tsvok, Ukrainische Griechisch-Katholische Kirche Allerheiligen Hamburg

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