Fluchterfahrungen prägen jedes Kind. Jüngere leiden besonders, weil sie Erlebnisse und Gefühle noch nicht gut ausdrücken können. Auch wenn sie mit ihrer Familie in einer Geflüchtetenunterkunft in Sicherheit sind, bleiben sie belastet, zumal sie dort meist unter schwierigen Bedingungen leben: beengter Wohnraum, Eltern voller Zukunftssorgen, finanzielle Not. Bei der Einschulung zeigt sich dann oft, dass viele Kinder nicht lernen können. Ihr Gehirn arbeitet im Überlebensmodus, sie sind nervlich angespannt und überreizt – da bleibt kein Platz für Lesen, Schreiben, Rechnen.
Mit einem auf die Bedürfnisse der Kinder zugeschnittenen Yoga-Angebot gibt ihnen das Projekt Prävention im Grundschulalter (PrÄVig) Werkzeuge zur Selbstregulation und Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit an die Hand. In wöchentlichen Yogastunden lernen die Kinder aus Vorschul-, 1. und 2. Klassen in Stille zu sein, Ruhe und Kraft in sich selbst zu finden, zuzuhören, sich selbst wahrzunehmen. Das wirkt sich direkt positiv auf den Schulalltag aus. Nicht nur die Kinder profitieren nachhaltig, auch die Arbeit der Lehrkräfte wird leichter.