Angesichts globaler Herausforderungen wie der Klimakrise, der Zunahme von sozialen Ungleichheiten sowie des Erstarkens rechtsextremer, populistischer Kräfte und der damit einhergehenden Schwächung demokratischer Institutionen stellte Prof. Joel Westheimer heraus, inwiefern Service Learning einen Beitrag zur Stärkung demokratischer Gesellschaften leisten kann.
Er plädierte für eine stärkere Bezugsnahme zum Politischen und stellte an die Schulen in demokratischen Gesellschaften folgende Anforderungen, die im Besonderen im Lernen durch Engagement gut umgesetzt werden können:
Nach Überzeugung Westheimers wirft Service Learning kritische Fragen auf, beleuchtet gesellschaftliche Probleme und deren Ursachen und stellt die Frage nach Veränderungen, wenn es nicht im „Gutes tun“ verharrt, sondern auch den gesellschaftlichen Kontext in den Blick nimmt.
Prof. Joel Westheimer ist Lehrstuhlinhaber für Demokratie und Bildung an der Universität Ottawa in Kanada. Der gebürtige US-Amerikaner, der mehrere Jahre als Lehrer in New York City arbeitete, machte seinen Master im Design und der Evaluation von Bildungsprogrammen und promovierte an der Universität Standford. Seine Forschungsfragen drehen sich um staatsbürgerliche Erziehung, soziale Gerechtigkeit, politische Bildung sowie Service-Learning. Zudem ist er Mitgründer und Geschäftsführer des „Democratic Dialogue“, einer Forschungskollaboration, die sich der kritischen Auseinandersetzung von demokratischen Idealen in Bildung und Gesellschaft widmet. 2015 erschien sein Buch „What Kind of Citizen? Educating Our Children for the Common Good“.
Wer sich Westheimers Vortrag, den er auf der bundesweiten Service-Learning-Tagung hielt, anschauen möchte, findet das Video auf der Homepage der Stiftung Lernen durch Engagement.