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Partizipation stärken

Demokratische Grundwerte erlebbar machen

Bei der Bundestagswahl 2021 lag die Wahlbeteiligung bei 76,6 Prozent, d. h. knapp ein Viertel aller Wahlberechtigten haben nicht von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht – darunter viele junge Menschen.

Doch „Stimmenthaltung schwächt die Demokratie“, heißt es in einem Beitrag zur Wahl 2021 auf der Website des Deutschen Bundestages. Als Bürgerstiftung, die auf Partizipation und Engagement gegründet ist, möchten wir erreichen, dass junge Hamburger:innen aktiv werden und über ihre Zukunft mitbestimmen. Auch viele unserer Förderprojekte vermitteln demokratische Kultur, darunter das Projekt Aktiv-Is-Muss des Vereins MOSAIQ. Wir sprachen mit Vorstandsmitglied Sümeye Bozukluhan über ihre Arbeit.

 

Sümeye Bozukluhan, Vorstandsmitlgied von MOSAIQ e.V.

Was macht MOSAIQ?
MOSAIQ ist ein Netzwerk, in dem junge Leute mit Migrationsgeschichte ihre Themen besprechen können. Diese jungen Hamburger:innen zwischen 16 und 25 Jahren werden mit ihren Sorgen und Wünschen zu wenig wahrgenommen. Wir wollen, dass sie sich mit ihrer spezifischen Sichtweise in gesellschaftspolitische Diskurse einmischen und diese mitgestalten.

Welche Erfahrungen machen junge Menschen mit Migrationsgeschichte mit der Politik?
Viele fühlen sich von der Politik nicht angesprochen und zweifeln daran, dass politische Beteiligung etwas bringt. Sie nehmen gleichzeitig wahr, dass es Politiker:innen gibt, die Rassismus benutzen, um Wähler:innen zu gewinnen. Einige haben das Gefühl, dass sie eher als Feindbild im Wahlkampf dienen, als dass auch ihre Interessen aufgegriffen werden.

Junge Leute mit Migrationsgeschichte werden mit ihren Sorgen und Wünschen zu wenig wahrgenommen.

Sümeye Bozukluhan, MOSAIQ e.V.

Nehmen Sie eine große Politikverdrossenheit wahr?
Nein, das würde ich so nicht sagen. Ich sehe eher junge Menschen, die wissen, was falsch läuft, die sich einbringen und etwas verändern wollen, aber nicht wissen, wo und wie sie ansetzen können. Und für diese Menschen sind wir ein Anlaufpunkt. Die Netzwerkmitglieder bringen Projektideen ein, wie z. B. einen Lesekreis, in dem Literatur, auch Schullektüre, unter einem rassismuskritischen Blickwinkel gelesen wird.

Und wo findet dann die politische Partizipation statt?
Wir behandeln verschiedene Schwerpunktthemen wie „Politischer Aktivismus und Social Media“. Hier geht es darum, wie man sich in den sozialen Netzwerken sinnvoll politisch engagieren kann. Außerdem arbeiten wir in Workshops an verschiedenen Formaten politischen Ausdrucks, z. B. im Bereich der Bildenden Kunst und Literatur. Außerdem üben wir politischen Aktivismus in Form von Interventionen in der Öffentlichkeit, wie in der U-Bahn. Zudem möchten wir gern Mitglieder weiterbilden, damit sie Workshops an Schulen anbieten können. Das ist eine unserer großen Herzensangelegenheiten für die Zukunft.

Das Projekt wird gefördert über den Themenfonds „Migrantisches Engagement”.