↓ Sichere digitale Räume schaffen
↓ Sensibilisierung für Risiken und Täter:innenstrategien
↓ Regelmäßige Kommunikation und Feedback
Gibt es Beispiele für Tools, Plattformen etc?
Das ist ein zentrales Element des Kinderschutzes in digitalen Projekten. Entsprechend sollten alle Interaktionen in einer Umgebung stattfinden, die durch das Mentoringprogramm überwacht und geschützt ist. Auf Plattformen, die für Mentoring oder andere Formen der Interaktion genutzt werden, muss der Zugriff durch Unbefugte ausgeschlossen sein. Zum Beispiel durch Nutzung passwortgeschützter Bereiche und der Möglichkeit, die Identität von Teilnehmer:innen klar festzustellen. Nur so lässt sich sicherstellen, dass Kinder in einem geschützten Rahmen kommunizieren und lernen können.
In Hamburg ist die UBM – Unabhängige Beratungsstelle für Mentoringprojekte Ansprechpartnerin für Anliegen und Beschwerden aus Mentoringprojekten.
Eine offene und regelmäßige Kommunikation zwischen Mentor:innen, Mentees, deren Eltern und der Projektkoordination ist unerlässlich. Digitale Projekte sollten dafür die Voraussetzungen schaffen und den Beteiligten ermöglichen, Bedenken oder Probleme (ggf. auch anonym) zu äußern. Gemeinsame Gespräche erhöhen das Verständnis und tragen dazu bei, dass sich die Kinder in der digitalen Umgebung wohlfühlen. Idealerweise werden die Bedürfnisse der Mentees und Mentor:innen bei der Auswahl oder Erarbeitung der digitalen Methoden mit eingebunden. Wichtig ist auch der Verweis auf unabhängige Beschwerdestellen. Sie ermöglichen es, ggf. auch Beschwerden über die Koordinator:innen des Projekts einzureichen.
Der beste Kinder- und Jugendschutz greift schon präventiv und lässt es im Idealfall gar nicht erst zu Grenzverletzungen kommen. Hat die Prävention nicht ausgereicht, sind Intervention und/oder Nachsorge gefordert. Dafür sollte es klare Verhaltensrichtlinien für alle Beteiligten geben, die der Träger festgelegt und kommuniziert hat. Sie definieren Verhaltensnormen und die Konsequenzen für grenzverletzendes Verhalten. Auch Verfahrenspläne für Notfälle sind wichtig. Sie regeln, wie bei einem Verdacht auf bzw. tatsächlich ausgeübten Missbrauch oder anderen Problemen wie Mobbing vorgegangen werden soll. Beide Regelwerke sollten sowohl für das Offline- als auch das Onlineangebot Gültigkeit haben. Sie geben allen Beteiligten Sicherheit und zeigen, dass der Schutz der jungen Menschen ernst genommen wird.
Kinderschutz ist allerdings ein kontinuierlicher Prozess. Er muss regelmäßig reflektiert und angepasst werden. Denn die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen und insbesondere die Herausforderungen im digitalen Raum ändern sich ständig. Es ist daher unerlässlich, die Schutzmaßnahmen fortlaufend zu evaluieren und zu verbessern.
61% der 14- bis 17-Jährigen in Deutschland haben bereits in irgendeiner Form Erfahrungen mit Cybermobbing gemacht. 16% waren selbst schon einmal betroffen, der Anteil der befragten Jugendlichen, die noch keine Erfahrungen mit Cybermobbing gemacht haben, lag bei 28%.
Quelle: Umfrage unter Jugendlichen (2023) | www.statista.de